Extremwetterlagen erreichen Europa: Jahrhunderthochwasser erfordert neuen Blick auf Lieferkettenrisiken

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Circa 10% aller Lieferkettenunterbrechungen werden von Naturkatastrophen ausgelöst. Obwohl sie eine signifikante Bedrohung für jede globale Lieferkette darstellen, lässt sich trotzdem nicht präzise vorhersagen, in welchem Ausmaß und wann sie eintreten. Daher ist es wichtig, bereits im Vorfeld auf solche außergewöhnlichen Ereignisse vorbereitet zu sein, um möglichst rasch und geordnet handeln zu können – wie im Fall der starken Überschwemmungen im Juli in Deutschland, Österreich und Belgien. Lesen Sie weiter.

1. Extreme Wetterlagen zunehmend unberechenbar

Tsunamis in Südostasien, Hurrikane im Nordatlantik, Tornados in den USA: In den vergangenen Jahren ereigneten sich schreckliche Wetter- und Naturkatastrophen rund um die Welt. Oft treten solche Ereignisse saisonal auf, wobei sie in letzter Zeit stärker geworden sind, nicht zuletzt auch als Folge des Klimawandels.

Der Deutsche Wetterdienst rechnet für die Zukunft mit mehr Stürmen, extremen Regenfällen und Hitzewellen aufgrund der Klimaerwärmung. Diese treten mittlerweile verstärkt auch in gemäßigten Breiten auf, die solche Ereignisse bisher nicht gewohnt sind.

Hochwasserkatastrophe überrollt Europa

Das Zusammentreffen der schweren Sturzfluten und Überschwemmungen in West- und Mitteleuropa stellte Mitte Juli alles bisher Gewesene in den Schatten. Vor allem das Hochwasser in den schwer betroffenen Regionen in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz stellt eine Katastrophe historischen Ausmaßes dar. An mehreren Stationen wurden intensive Regenfälle von mehr als 150 Liter pro Quadratmeter binnen 24 Stunden gemessen.

Viele Gemeinden sind darauf unzureichend vorbereitet, was allerdings auch auf viele Unternehmen zutrifft. Umso wichtiger wird es für Unternehmen, Wetter- und Naturrisiken richtig einzuschätzen. Dies erfordert ein größeres Bewusstsein über Risiken in der Lieferkette.

2. Naturkatastrophen und ihre Folgen

Deutsche Versicherer rechnen laut der Nachrichtenagentur Reuters mit über sechs Milliarden Euro allein an Sturmschäden. Langfristige Prognosen gehen davon aus, dass Hochwasserschäden im Jahr 2100 auf dem europäischen Kontinent Kosten in Höhe von 48 Milliarden Euro jährlich verursachen werden (im Vergleich zu 7,8 Milliarden heute), wenn nicht mehr getan wird, um vorzubeugen. Laut dem Joint Research Center der Europäischen Kommission könnten davon doppelt so viele Menschen – etwa 350.000 – betroffen werden.

Die jüngste Jahrhundertflutkatastrophe in Europa zeigt allzu deutlich die Auswirkungen, welche die globale Erderwärmung auf Menschen und Unternehmen haben kann. Ohne ausreichende Vorkehrungen treten diese doppelt hart auf.

Im Falle der Hochwasserkatastrophe in Deutschland kann man sehen, welche verheerenden Folgen für die Lieferketten entstehen:

  • Mindestens 50 Eisenbahnbrücken und rund 600 Kilometer Gleise wurden unterspült; die Deutsche Bahn geht von Schäden in Höhe von etwa 1,3 Milliarden Euro aus.
  • Fernverkehrs- und Bundesstraßen wurden gesperrt, mehrere Kilometer an Straßen sind beschädigt.
  • Verschiedene Unternehmen wie Thyssen Krupp Stahl erklären Force Majeure (Höhere Gewalt), weil sie wegen Engpässen in der Versorgung Lieferverträge nicht einhalten können.

Beispiele wie diese zeigen, dass Naturkatastrophen eine elementare Bedrohung für die Lieferketten darstellen, die nur begrenzt vorhersehbar sind. Unternehmen können sich deshalb auf solche schweren Wetterereignisse allenfalls besser vorbereiten. Entscheidend ist dabei, für den Fall des Risikoeintritts schon geeignete Optionen und Maßnahmen parat zu haben. Alle diese Aufgaben (Risikoidentifikation, Risikoeinschätzung und Risikominimierung) können mit der riskmethods-Lösung gesteuert werden.

3. Mangelnde Vorbereitung auf Risikoereignisse

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Für Unternehmen stellt sich die Frage, ob man ein solches unerwartetes Ereignis vorhersagen kann und wie man sich vorbereiten soll. Manche Geschäftsführer und Einkäufer wenden ein, dass sich Naturkatastrophen nicht vorhersehen lassen.

Wenn Prognosen kaum möglich scheinen, ist es umso wichtiger, geeignete Instrumente zu haben, die Aufschluss darüber geben, wann sich Wetterlagen oder andere Bedrohungen so unvorhersehbar und schnell entwickeln. Heute verfügen wir zumindest über Daten, welche die zunehmende Ausbreitung solcher Ereignisse dokumentieren. Das macht es viel einfacher, die Auswirkungen einzuschätzen.

Dass der Klimawandel das Unternehmensrisiko erhöht, ist für uns bei riskmethods nicht neu. Mit Hilfe unserer Technologien und Daten erfassen unsere Kunden nicht nur Störungen aufgrund finanzieller, geopolitischer, naturbedingter und Cyber-Risiken. Die Frage ist, was Firmen tun können, um die unvermeidlichen Schäden infolge unvorhersehbarer Ereignisse zu antizipieren, zu steuern und im besten Falle zu vermeiden.

4. Wie man sich vorbereitet, vorausschauend handelt und vorbeugt

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Meist kündigen sich Naturkatastrophen an bzw. bestehen Datenmodelle, welche die Häufigkeit/Wahrscheinlichkeit des Eintritts anzeigen. Es gibt unzählige Quellen, welche die riskmethods-Lösung weltweit scannt. Die Technologie macht es z.B. möglich, auch in kleinen regionalen Tageszeitungen selbst in fernen Ländern nach Indikationen zu forschen. Tagelange Regengüsse in China oder prognostizierte Sturmverläufe sind Beispiele für Signale, die es aufzugreifen gilt.

Im Falle der Hochwasserkatastrophe in Deutschland gab die riskmethods-Lösung innerhalb von drei Tagen 32 Flutwarnungen für mehrere Regionen aus. Kunden erhielten Alerts bezogen auf die geografische Lage ihrer Lieferkette (Lieferanten, Logistikzentren, eigene Werke und Kundenstandorte). Die Zahl der Sturzflutwarnungen (32 in drei Tagen) liegt etwas über der Zahl an Flutwarnungen, die ansonsten durchschnittlich weltweit während eines gesamten Monats versandt werden.

Die riskmethods-Lösung unterstützt zudem in vielfältiger Weise ein umfassendes Risikomanagement:

  • Handeln Sie risikobewusst Die Intensität dieser Naturkatastrophe war extrem hoch, mit deutlichen schweren Auswirkungen auf Risikostandorte in dieser Region. Die Sturzflut erfasste verschiedene Regionen in Deutschland mit unterschiedlicher Intensität. Die riskmethods-Lösung markiert genau die Gebiete, die von Beschränkungen betroffen sind.
  • Reagieren Sie schneller Die riskmethods-Lösung gab Warnmeldungen für ein genau definiertes Gebiet aus und hat dann alle Risikostandorte in diesem Umkreis identifiziert. So können wir unsere Kunden über ihre spezifische Risikolage informieren, die durch die Sturzflut entstanden ist.

Das schließt alle Risikoobjekte im jeweiligen Gebiet mit ein: Lieferanten, aber auch Logistikknotenpunkte wie Häfen (See und Luft), eigene Werke, Kundenstandorte und Transportverbindungen. Das heißt, dass deutlich mehr Risikoobjekte betroffen waren, als Flutwarnungen ausgegeben wurden.

Durch geografisch basierte Alerts können wir unsere Kunden schnell und effektiv vor drohenden Lieferkettenrisiken warnen. Wir sehen, wo ein Risikoereignis auftritt und identifizieren dann automatisch alle Risikoobjekte in dem jeweiligen Gebiet. Unsere Kunden können so das Risiko für ihre Lieferkette frühzeitig einschätzen – und Zeit ist in diesem Falle (viel) Geld.

  • Handeln Sie proaktiv Das kontinuierliche Monitoring der Risikosituation kann zeigen, ob Lieferanten in diesem Gebiet Force Majeure erklären, ob Schäden in Werken von Geschäftspartnern auftreten oder ob Umsatz- und Gewinnwarnungen registriert werden. Dadurch erhalten unsere Kunden ein genaueres Bild ihrer individuellen Risikolage im Verlauf der Krisensituation. Durch vorbereitete Handlungspläne können Sie im Krisenfall schnell reagieren. Für die interne Abstimmung, wie auch im Zusammenspiel mit íhren Lieferanten, können strukturierte Maßnahmenpläne eingesetzt werden.

Darüber hinaus haben wir vor weiteren damit zusammenhängenden Risikoereignissen gewarnt. Somit können unsere Kunden ihre Folgerisiken im Blick behalten. Zum Beispiel:

  • in unterschiedlichen Branchen (z.B. Automotive, Luft- und Raumfahrt, Chemie und Fertigungsindustrie), da auch viele Vormateriallieferanten betroffen waren.
  • bei unterschiedlichen Risikoobjekten (Lieferanten, Transportverbindungen, Logistikknotenpunkte, eigene Standorte).
  • in unterschiedlichen Bereichen (Naturgefahren, finanzielle Stabilität von Lieferanten, Unglücke in Lieferantenwerken), wodurch der Systemnutzer das potenzielle Ausmaß des Schadens auf sein eigenes Geschäft einschätzen kann.

5. Fazit

Wenn Prognosen kaum möglich scheinen, ist man umso mehr auf bessere Instrumente angewiesen, um Phänomene wie plötzlich auftretende Extremwetterlagen zu verstehen. So wie im Fall der jüngsten Hochwasserkatastrophen in Europa und der Naturgewalten in China, wo in einigen Gebieten innerhalb von nur drei Tagen die durchschnittliche Niederschlagsmenge eines Jahres gefallen ist.

Auch wenn sich Naturkatastrophen nicht vermeiden lassen: Entscheidend ist, wer im Krisenfall am schnellsten reagieren kann und vorbereitet ist. Gemäß riskmethods-Daten sind ungefähr zehn Prozent aller Risikoereignisse auf Naturgefahren zurückzuführen. Angesichts von Katastrophen, Gefahren und potenziell großen Schäden ist das Risikomanagement in der Lieferkette von entscheidender Bedeutung.

Mit der riskmethods-Lösung identifizieren Sie alle Arten von Risiken, sei es durch Naturkatastrophen oder viele weitere Risikoarten, die Ihre Lieferkette unterbrechen können. Sie erhalten zudem eindeutige Störungsanalysen und Pläne zur Schadensbegrenzung, um solchen Risiken zu begegnen.

Natural Hazards: Best practices to handle supply chain disruptions and crisis response

Sie bekommen in unserem 30-minütigen On-Demand-Webinar am Beispiel eines tropischen Sturms einen detaillierten Einblick, wie Sie mit der riskmethods-Lösung ein ganzheitliches Risikomanagement durchführen können – vom Risikoalert bis zur Maßnahmenplanung. (auf Englisch)

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