Risk Management-Summit: Lieferkette robust machen – 5 Unternehmen ausgezeichnet

17.10.2019

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Hamburg/München, 17.10.2019 - Werden Gehaltszahlungen verzögert? Stehen Geschäftsbereiche zum Verkauf? Oder wechselt ein bedeutender Manager? Das sind wichtige Hinweise auf mögliche gravierende Probleme bei Lieferanten.

Signale gilt es so früh wie möglich zu erkennen und zu interpretieren, um Störungen in der weltweiten Versorgungskette zu vermeiden, beziehungsweise abzufedern. Wie sich Lieferketten robuster machen lassen diskutierten rund 120 Führungskräfte aus Einkauf, Logistik und Supply Chain Management im Hamburger Emporio Tower am 15. Oktober 2019 auf dem „3. Supply Chain Risk Management Summit“. Veranstalter: riskmethods GmbH, München. Auf der Agenda: Bedrohungsszenarien, Lieferantennetzwerke, Nachhaltigkeit, Compliance, systematische Messung und Überwachung von Risikopotenzialen, Maßnahmenstrategien sowie Unterstützung durch automatisierte und KI-basierte Tools.

„In Zukunft stehen nicht mehr einzelne Unternehmen im Wettbewerb. Entscheidend ist vielmehr, die Widerstandsfähigkeit einer weitverzweigten Lieferkette mit einer Vielzahl an Zulieferern und Sub-Lieferanten“, betonte Rolf Zimmer, Mitgründer und Mitgeschäftsführer von riskmethods. Geschäftsleitung und Einkäufer müssten auf jeden möglichen Krisenfall eingestellt sein, um ad-hoc geordnet agieren zu können. Aufgaben: proaktive Identifikation aller Risiken in der Lieferkette, Berechnung beziehungsweise Bewertung des möglichen Schadensausmaßes und Definition geeigneter Maßnahmen. Rolf Zimmer: „Es gilt, die Versorgung auch bei Schwierigkeiten aufrecht zu erhalten, Compliance einzuhalten und die eigene Marke zu schützen.“ Wer früher reagieren könne, sichere sich zudem einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil. Denn: Bei plötzlichen Verknappungen von Materialien und Rohstoffen steigen auch die Preise.

Zentrale Aussage des SCRM-Summits: Kurzfristige taktische Maßnahmen greifen zu kurz. Unternehmensführer brauchen einen holistischen Ansatz, der Bedrohungen wie Finanzkrisen, Cyber-Attacken oder geo- und wirtschaftspolitische Unsicherheiten im Gesamtkontext behandelt. „Höheres Risikobewusstsein alleine reicht freilich nicht aus“, betonte Rolf Zimmer. Auch anfänglich vermeintlich kleine Probleme breiteten sich nicht selten unerwartet kaskadenartig in der Lieferkette aus – mit schwerwiegenden finanziellen Folgen, die Monate später die Bilanz schädigten. Zimmer: „Gefragt sind also strukturierte Frühwarnsysteme, Bewertungstools und Entscheidungsinstrumente, die Unternehmen agiler und somit sicherer machen.“

Im Rahmen des „3. Supply Chain Risk Management Summit“ vergab riskmethods Awards für exzellente Supply Chain Risiko Management-Programme in fünf Kategorien:

SCRM Programs of the Year Award

Kategorie Risk Mitigation Strategy:

Fresenius Medical Care (Health Care) Unternehmensübergreifender Ansatz zur Risikoexposition und mögliche Auswirkungen

Kategorie Supply Chain Visibility:

Nokia (Telekommunikation) SCRM-Programm für ein hohes Maß an Transparenz auf allen Ebenen der Lieferantenstruktur

Kategorie Business at Risk Assessment:

Hottinger, Brüel & Kjaer (Messtechnik) Qualitative Bewertung der Kritikalität der Lieferanten und Messung potenzieller Auswirkung von Risiken auf Gewinnmarge, Ebit und Ergebnis

Kategorie Comprehensive Methodology:

WABCO (Automotive)
Integration des Risikomanagements in Lieferantenmanagementprozesse

Kategorie Sustainable Supply Chain

Clariant (Spezialchemiehersteller) Nachhaltige Beschaffung und Compliance in der Lieferkette

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