So gelingt die Einführung von Supply Chain Risk Management

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Einkaufs- und Supply-Chain-Manager leben in einer neuen Zeit. Nicht nur die Corona-Pandemie stellt die globalen Lieferketten hart auf die Probe. Die Risiken treten derzeit geballt auf. Supply Chain Risk Management (SCRM) wird zur neuen Normalität. Unternehmen stehen vor der Frage: Wie implementieren wir ein SCRM-Programm möglichst schnell und effektiv?

1. Warum ist SCRM wichtig?

Nicht nur die anhaltende Corona-Pandemie hat gezeigt, wie zerbrechlich internationale Lieferketten sind. Materialengpässe bei Halbleitern und Plastik, Zunahme an schweren Naturkatastrophen wie die Hochwasser in Europa und Asien, unterbrochene Warenflüsse durch die Suezkanalblockade oder den Lockdown in chinesischen Häfen, Handelskriege, Cyber-Angriffe, Klimawandel: Unternehmen sind heute mit der ganzen Bandbreite von Risiken konfrontiert, die ihre Business Continuity bedrohen.

  • Lieferkettenstörungen sind kostspielig, es drohen Finanz-, Betriebs- und Reputationsschäden. SCRM vermeidet Umsatzeinbußen, reduziert Krisenreaktionskosten und schützt so Ihre Margen.
  • Stellen Sie sich rechtzeitig auf veränderte Rahmenbedingungen ein. Schaffen Sie schnell die erforderlichen Strukturen und Prozesse, um Supply-Chain-Risiken effektiv vorzubeugen und effizient darauf zu reagieren.
  • Die Zahl der Compliance-Vorschriften und Normen für Unternehmen nimmt zu. Aktuelles Beispiel: das Lieferkettengesetz. Unternehmen müssen künftig die Einhaltung sozialer und ökologischer Mindeststandards nachweisen. Automatisierte Systeme ersparen Aufwand und Kosten.

2. Erfassen Sie den Status Quo

Prüfen Sie, wo Ihr Unternehmen in Sachen Risikomanagement steht. Dann wissen Sie, wo Sie ansetzen und welche Ressourcen Sie für die Implementierung von Supply Chain Risk Management benötigen:

  • Wie ist die Risikolage? Verstehen wir, wie Risiken zusammenhängen? Können wir Risiken antizipieren?
  • Wie hoch ist das Risikobewusstsein in der Organisation? Verfügen wir über die richtigen Mitarbeiter, Strukturen und Prozesse?
  • Verfügen wir über die notwendigen Stammdaten und Technologie, um Risiken effektiv zu steuern?

Ein zentraler Erfolgsfaktor: Stimmen Sie das SCRM-Programm mit den spezifischen Risikomanagementanforderungen Ihres Unternehmens ab. Sie brauchen die Unterstützung der Geschäftsleitung.

3. Entwickeln Sie eine SCRM-Strategie

SCRM ist keine reine Aufgabe des Einkaufs. Es ist zwar dort angesiedelt, aber es setzt crossfunktionale Zusammenarbeit und agile Projektmethoden voraus. Geschwindigkeit und Agilität sind der Schlüssel: Wenn Risiken zu Störfällen werden, ist ein schlagkräftiges Krisenteam, das schnell entscheidet und die Lage entschärfen kann, erforderlich.

SCRM erfordert einen ganzheitlichen Ansatz. Das heißt:

  • Eine Vision entwerfen, die Menschen, Prozesse und Werkzeuge verbindet.
  • Organisation und Prozesse anpassen, eine SCRM-Kultur mit sensibilisierten und geschulten Mitarbeitern schaffen sowie digitalen Support sicherstellen.
  • Ziele und KPIs festlegen, Lieferanten in einem Stufenplan priorisieren und deren Risiken abschätzen.
  • Die Unterstützung der Geschäftsleitung sichern mit einem überzeugenden Business Case und die digitalisierte SCRM-Lösung als Teil einer Gesamtstrategie darstellen. Resiliente Lieferketten tragen zum Erreichen von Geschäftszielen bei und verhindern mögliche Gewinnrückgänge. Lieferkettenstörungen verursachen im Durchschnitt einen jährlichen EBITDA-Verlust von 4,2% (McKinsey Global Institute 2020).

4. Implementierung eines SCRM

Wie man einen effektiv einen agilen Fahrplan zur Einführung von Supply Chain Risk Management entwickelt, zeigt das Beispiel der Rottendorf Pharma GmbH, ein Auftragshersteller für die pharmazeutische Industrie mit einem weltweiten Lieferantennetzwerk. In nur sechs Monaten wurden das SCRM-Programm Schritt für Schritt organisatorisch und prozessual verankert, Notfallpläne und Tools eingerichtet und parallel durch die im Markt bewährte digitale riskmethods-Lösung ergänzt. So ging Rottendorf Pharma bei der Umsetzung vor:

Dashboard_riskmethods_Lösung

  • Organisation und Mitarbeiter: Bewusstsein über Bedeutung und Mehrwert des SCRM für das Unternehmen schaffen, um Akzeptanz zu erreichen. Mitarbeiter schulen. Unternehmens- und Supply-Chain-Risiken bündeln und in einem Organisationsmodell mit Rollen, Aufgaben und Verantwortlichkeiten abbilden.
  • Prozesse und Verfahrensweisen: SCRM in die Einkaufsstrategie einbetten und in der Lieferantenauswahl und -bewertung berücksichtigen. Geeignete Prozessbeschreibungen verfassen. Notfallpläne für ein Krisenmanagement entwickeln, und „Lessons learned“ für kontinuierliche Verbesserung formulieren.
  • Digitale Lösung: Ausrollen der riskmethods- Lösung und Einbinden in die bestehenden IT-Systeme, damit keine Stand-alone-Lösung entsteht, die später nebenher läuft. Schnittstellen zu den ERP- und Warehouse Management Systemen schaffen.

Weitere Infos und Einblicke zum Praxisbeispiel von Rottendorf Pharma erhalten Sie in unserem Webinar Recording.

Ihr SCRM-Programm muss nicht unbedingt in sechs Monaten stehen. Entscheidend ist: Legen Sie einen Fahrplan fest. Warten Sie nicht, bis das finale Konzept steht, sondern gehen Sie Schritt für Schritt vor. Fangen Sie klein an und erweitern Sie anschließend Ihr digitales SCRM mit spezialisierten Datenquellen, um die Transparenz auf allen Ebenen Ihres Liefernetzwerks zu erhöhen. Integrieren und schulen Sie kontinuierlich alle Einkaufs- und Supply-Chain-Mitarbeiter, interne Stakeholder und Lieferanten.

5. Erfolgskontrolle

Supply Chain Risk Management ist keine Stand-alone-Funktion. SCRM muss im Mittelpunkt der Einkaufs- und Supply-Chain-Prozesse stehen. Sorgen Sie dafür, dass sich die Prozesse ständig weiterentwickeln. Messen Sie den Fortschritt:

  • Überwachen Sie die Umsetzung des SCRM-Programms auf jeder Unternehmensebene – vom CPO bis zum Einkäufer.
  • Stellen Sie sicher, dass verpflichtende Richtlinien und Verfahrensanweisungen eingehalten werden.
  • Verbessern Sie Prozesse und Verfahren kontinuierlich.
  • Halten Sie den Handlungsdruck aufrecht und orientieren Sie sich bei jedem Schritt an Ihrem Organisations- und Kommunikationsplan.
  • Zeigen Sie Erfolge auf (überwundene Störungen, abgewehrte Bedrohungen).

Leitfaden: „So gelingt Supply Chain Risk Management“

Erfahren Sie in unserem praxisorientiertem Leitfaden, wie Sie erfolgreich ein maßgeschneidertes SCRM-Programm in Ihrem Unternehmen einführen und wie Sie es in Ihrem täglichen Beschaffungs- und Lieferantenmanagement verankern können.
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