Geopolitische Lieferkettenrisiken

Geopolitische Lieferkettenrisiken bestehen, wenn Ihre Lieferkette durch politische, kulturelle oder sozioökonomische Spannungen bedroht wird. Aufstände, Kriege, Handelsregulierungen und Zollkonflikte schränken die Leistungsfähigkeit Ihrer Lieferketten ein

Eine aktuelle Umfrage von PwC (25th Annual Global CEO Survey) zeigt, wie dramatisch die Auswirkungen für Unternehmen und den Einkauf sein können. Fast ein Drittel der befragten Führungskräfte (32%) nennen geopolitische Konflikte als eine der größten Bedrohungen für das Wachstum, und 71% befürchten Einschränkungen beim Absatz von Produkten oder Dienstleistungen.  

Ein Beispiel für geopolitisches Risiko: Russlands Invasion der Ukraine

Auf den russischen Einmarsch in die Ukraine haben Staaten weltweit mit Sanktionen, Schwarzen Listen und Boykotten reagiert. Das alles hat die globalen Lieferketten massiv beeinträchtigt. In vielen Fällen ist es nicht mehr möglich, Lieferungen aus der Ukraine zu beziehen. Gleichzeitig wurde die Lieferung vieler Waren und Materialien von russischen Firmen durch Sanktionen gestoppt. Beide Länder sind wichtige Exporteure von Erdöl und Erdgas, Metallen, Weizen, Uran und Neongas, oder auch für Komponenten wie zum Beispiel Laser oder Kabelbäume.

Das führte zu teilweise dramatischen Preisanstiegen auf den Weltmärkten und Lieferengpässen. Solche Faktoren treiben die Herstellungskosten und können zu Produktionsausfällen führen. Explodierende Energiekosten in allen Industriebranchen heizen die Inflation an. Rezession und wirtschaftlicher Abschwung wiederum führen zu Verschiebungen bei Kaufentscheidungen und Kundenbedürfnissen, die bestehende Geschäftspläne in Frage stellen. 

Durch schwere geopolitische Spannungen können wichtige Transportwege unterbrochen und Handelsknotenpunkte blockiert werden. Oder sie verursachen Unglücke an Produktionsstandorten und Force Majeure-Ereignisse. Die Zahl von Insolvenzen nimmt dramatisch zu und Lieferketten werden verwundbarer für Cyberangriffe. Deshalb gehört zu einem soliden Risikomanagement von Lieferketten die Reduzierung geopolitischer Risiken. Wenn Sie Ihre Lieferkette diversifizieren, Notfallpläne entwickeln und proaktive Maßnahmen ergreifen, können Sie die Auswirkungen geopolitischer Konflikte begrenzen. 

Drei Dinge, die Sie wissen sollten

1. Geopolitische Risiken sind sehr unterschiedlich

Kriege und Revolutionen sind extreme Beispiele für geopolitische Risiken. Aber auch weniger gewaltsame und langsamer wirkende Entwicklungen können Ihre Lieferkette beeinflussen – z.B. zunehmender Protektionismus und Zollanhebungen wie im US-China-Taiwan-Konflikt.

 

2. Geopolitische Risiken vorherzusehen ist nicht unmöglich

Geopolitische Risiken zu prognostizieren mag schwierig sein. Aber es ist möglich: Es gibt gewisse Frühwarnindikatoren. Wenn Sie diese nicht im Blick haben, hat Ihre Risikomanagement-Strategie eine empfindliche Lücke.

 

3. Die Bewertung des potenziellen Schadensausmaßes im Vorfeld ist entscheidend

Es empfiehlt sich, Standorte oder Regionen zu überwachen, damit Sie über geopolitische Konfliktsituationen informiert sind, sobald sie sich abzeichnen. Noch wichtiger ist es, die Auswirkungen solcher Konflikte auf Ihre Lieferkette einzuschätzen. Stellen Sie sicher, dass Sie jederzeit über alle Entwicklungen informiert sind – und die Folgen für Ihr eigenes Geschäft kennen. Dann trifft Sie der Eintritt eines Ereignisses nicht unvorbereitet und Sie können schneller reagieren.

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