Kunststoff-Knappheit 2021– Lieferkettenengpässe spitzen sich zu

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1.Wie funktioniert der Kunststoffmarkt?

Die Herstellung von Kunststoffen beginnt mit der Verarbeitung von Erdöl, bei der bestimmte petrochemische Stoffe herausgelöst werden. Ein Teil des Rohöls wird in eine Fraktion von Kohlenwasserstoffen umgewandelt, die Rohbenzin oder Naphtha genannt wird. Bei extrem hohen Temperaturen wird das Naphtha in Monomere wie Ethylen, Propylen und andere Verbindungen zerlegt, die zu einer großen Kette aneinandergereiht werden. Sie bilden die Basisrohstoffe für die petrochemische Industrie und die Bausteine für Kunststoffe.

Die Polymerketten werden mit verschiedenen Materialien kombiniert, um Kunststoffharze mit unterschiedlichen Eigenschaften herzustellen. Zwei der am häufigsten erzeugten Arten von thermoplastischen Polymerharzen sind Polyethylen und Polypropylen.

Polyethylen (PE) wird unter anderem für elektrische Isolierungen, medizinische Geräte, Verpackungen, Folien, Rohre oder Verbundmaterialien verwendet.

Polypropylen (PP) wird häufig im Kunststoffspritzguss verwendet, der für die Herstellung von widerstandsfähigen Kunststoffteilen wie z. B. Stoßstangen für Autos benötigt wird.

2. Wie ist der aktuelle Stand des Kunststoffmangels?

Plastik ist knapp. Zur Jahresmitte 2021 ist die Versorgungslage bei Rohstoffen, Kunststoffharzen wie PE und PP sowie Verbundstoffen sogar sehr kritisch. Und wo man sie bekommt, ist es extrem teuer. Die Preise, die im März historische Höchststände erreichten, scheinen sich auf hohem Niveau zu konsolidieren.

Die Hersteller von Plastikprodukten klagen über längere Vorlaufzeiten und gestiegene Kosten, meldet zum Beispiel die Industrievereinigung Kunststoffverpackungsindustrie. Ein weiteres Problem: Während weniger Vorprodukte verfügbar sind, ist die Nachfrage schneller und stärker als erwartet gestiegen. So boomt der Markt in China; in Deutschland treiben vor allem die Autoindustrie und das Bauwesen die Nachfrage. Doch selbst zu Mondpreisen bleibt die Lieferfähigkeit bei Rohstoffen eingeschränkt oder es kommt sogar Produktionsausfällen.

Der Rohstoffmangel hat den Markt für Harze schwer belastet, nicht nur in den USA, wo sich die größten petrochemischen Verarbeitungsanlagen der Welt befinden. Bis April beklagten nach Berichten des Handelsverbandes European Plastics Converters (EuPC) 90 Prozent der europäischen Verarbeiter Lieferengpässe bei Polymerharzen. Dies hat rund 50.000 kleine und mittlere Unternehmen getroffen, die Materialien und Produkte für die Bau-, Verpackungs-, Elektronik- und Automobilindustrie herstellen.

Eine kurzfristige Entlastung des Kunststoffharzmangels ist jedoch nicht in Sicht, und das bei anhaltenden Rekordpreisen. Hinzu kommen noch Produktionsausfälle, die auf höhere Gewalt („Force Majeure“) wie etwa die Winterstürme in Texas zurückzuführen sind und strenge Produktionsquoten zur Folge haben. Gleichzeitig steigen die Ölpreise im Sommer – und die Hurrikansaison hat gerade erst begonnen. Fälle von Force Majeure werden auch aus ganz Europa gemeldet, darunter von 65 Prozent der deutschen Kunststoffverarbeiter laut Umfrage des Branchenverbands im April.

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3. Was ist die Ursache für die Engpässe bei Kunststoff?

Wie auch beim Halbleitermangel trat die Kunststoff-Knappheit 2021 nicht über Nacht auf. Vielmehr handelte es sich um eine Reihe scheinbar unzusammenhängender Ereignisse. Und es ist wie bei der neunköpfigen Seeschlange Hydra aus der griechischen Mythologie: Die Bedrohungen kommen aus allen Richtungen, manchmal alle gleichzeitig. Selbst wenn man einen Kopf abhackt, wächst an seiner Stelle ein anderer nach. Gründe für die Plastikknappheit sind:

Folgen der Pandemie: Zu Beginn der Covid-19-Pandemie fielen die Ölpreise und wegen sinkender Nachfrage wurde die Rohölproduktion gedrosselt. Während des Lockdowns stieg die Nachfrage nach Plastikprodukten und kunststoffhaltigen Produkte steil nach oben. Durch Quarantänen kam es jedoch zu Produktionseinschränkungen bei Chemie- und Verarbeitungswerken und viele Polymerhersteller konnten nicht liefern.

Anlagenwartung: Polymerhersteller müssen ihre Produktionsanlagen regelmäßig für die Wartung stilllegen. Die Corona-Beschränkungen haben die meisten für das Jahr 2020 geplanten Wartungen verzögert. Diese brauchen einen langen Vorlauf und müssen jetzt nachgeholt werden – aufgrund anhaltender Gesundheits- und Sicherheitsbeschränkungen oft mit weniger Personal.

Ein „perfekter Sturm“: Mitte 2020 kam es aufgrund von Extremwetter während der Hurrikansaison in den USA zu Störungen bei der Kohlenwasserstoffgewinnung und -verarbeitung. Im Februar 2021 verursachte der schwere Wintersturm Uri Stromausfälle und Frostschäden bei Anlagen und Pipelines an der Golfküste und legte die Harzproduktion lahm.

Fabrikunglücke: Größere Brandschäden und Lecks in großen chemischen Verarbeitungsanlagen traten unter anderem in Louisiana, Deutschland, dem Vereinigten Königreich und Südkorea auf.

4. Wie kann die riskmethods-Lösung Sie bei der Bewältigung des Kunststoffmangels unterstützen?

Wie hat Herkules am Ende das neunköpfige Ungeheuer besiegt? Er war kreativ. Er löste das Problem gemeinsam mit seinem Neffen Iolaos.

Wenn Herkules einen Kopf der Schlange zerschlagen hatte, brannte Iolaos den Hals mit einer Fackel aus, bevor ein neuer Kopf nachwachsen konnten. Man könnte sagen: Herkules war risikobewusst, reagierte schnell, handelte proaktiv und er hatte einen verlässlichen Partner an seiner Seite – so konnte er den mehrfachen Bedrohungen der Hydra trotzen. Merke: Mit Klugheit lassen sich Drachen leichter besiegen.

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Die riskmethods-Lösung kann Ihr Geheimmittel bei der Bewältigung der Kunststoff-Knappheit sein. Wer die Verbindungen zwischen scheinbar unzusammenhängenden Ereignissen herstellen kann, ist besser für drohende Risiken gerüstet. Mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz und der Unterstützung unseres Teams können Sie schneller auf Risiken in Ihrer Lieferkette reagieren.

So funktioniert es:

  • Lieferkettentransparenz. Wir bilden Ihre Lieferketten vom Kunden bis zum Vorlieferanten ab und machen dadurch Ihr globales Liefernetzwerk transparent. So erkennen Sie Trends und entstehende Bedrohungen weltweit.
  • Echtzeitinformation und Frühwarnzeichen. Wir liefern Ihnen minutengenaue Warnmeldungen für alle Werke, Lieferanten, Kunden, Standorte oder Regionen. Das schließt Ölraffinerien, Chemieunternehmen und führende Kunststoffverarbeiter ein.

Mit unseren Alerts haben wir vor Extremwetter und Stromausfällen gewarnt, von denen Kunststoff- und Chemiehersteller betroffen sein könnten. Unser Echtzeit-Monitoring informierte Kunden zudem über Unglücke in Lieferantenwerken, Arbeitskämpfen oder Force Majeure. Wir haben auch die Umsiedlung oder Schließung von Werken sowie Kürzungen in der Harzproduktion einschließlich wartungsbedingter Stopps gemeldet. Finanzielle Warnhinweise bezogen Umsatz- und Wachstumsrisiken mit ein. Erkennen Sie hier Muster?

  • Bewertung des Schadensausmaßes. Verstehen Sie, wie kritisch Bedrohungen für Ihr Unternehmen sind. Wenn Sie zum Beispiel im Vorfeld Single-Source-Situationen erkennen, haben Sie mehr Zeit, um Alternativen zu entwickeln.
  • Proaktive Risikominimierung. Mit den Dashboards und den modernen Analyse-Tools der riskmethods-Lösung können Sie Ihre Aktivitäten optimieren. Vorbereitete Maßnahmenpläne sorgen dafür, dass jeder weiß, was er zu tun hat, wenn der Krisenfall eintritt.

Durch dieses erhöhte Risikobewusstsein können Sie proaktiv auf Engpässe und Störungen reagieren.

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5. Der Aufbau resilienter Lieferketten ist die beste Prävention

Es liegt in der Natur der Sache, dass Hersteller anfällig für Engpässe und Unterbrechungen in der Lieferkette sind. Wie im Gleichnis der Hydra ist es wichtig zu erkennen, wo und wann die nächste Gefahr droht. Aber wie gelingt das, und vor allem: Wie schnell?

Im ersten Schritt bilden Sie Ihre Tier-1-Lieferanten und Logistik-Hubs ab. Um die Lieferketten widerstandsfähiger zu machen, sollten Sie auch die Sublieferanten einbeziehen. Wenn Sie risikobewusst handeln, schneller reagieren und proaktiv handeln, sind Sie Risiken immer einen Schritt voraus.

Um im Bild zu bleiben: Mit einem verlässlichen Partner an der Seite konnte Herkules den Gefahren der Hydra trotzen. Vertrauen Sie auf die modernen Risikomanagement-Instrumente von riskmethods und wir meistern das moderne Ungeheuer – die Kunststoffknappheit 2021 – gemeinsam.

Sub-tier Visibility: Resilienz stärken durch Transparenz im Liefernetzwerk

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